Kristallgebiete – Die letzten Urorte der Schweiz

urorte-3Wo sind sie – die letzten einsamen, wilden Orte der Schweiz? Wo die Natur noch rein ist und ihre Kräfte ungehindert sich ausleben können? Die letzten Urorte?

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Im Mittelland gibt es keinen einzigen(!) mehr, in den Alpentälern ebenfalls nicht – jede Wiese ist bewirtschaftet, jede Alp und leider auch jeder Wald – bis auf die beiden letzten beiden Urwälder der Schweiz: den Fichtenwald von Scatlè (Breil, Surselva, GR) und den Fichten-Tannenwald von Derborence (VS).

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Nur eine einzige Geländeart vermochte sich weitgehend dem menschlichen Einfluss zu entziehen: der Fels und das Gletschereis der Hochalpen! Doch selbst in dieser Zone drang leider vielerorts der Alpinismus in die Bergstille: Alphütten, Fixseile, Bergsteiger. Nur wenige hochalpine Berggebiete blieben vom Tourismus vollständig verschont: den Antipol der Zivilisation suchend, trifft man sie, die letzten einsamen, wilden Urorte, weitab der Tourismushochburgen, auf dem Dach der Schweiz, wo die Landeskarte weithin nur grau kennt, grau und weiss, Fels und Gletscher.

Und dabei befinden wir uns bereits mitten im Kristallgebiet.

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Wie ist es zu erklären, dass manche, die solche Orte aufsuchen, von einer transzendenten Geborgenheit berichten, von einer nie verspürten Leichtigkeit, einer intensiven Euphorie, davon, dass sie den Abstieg beinahe verpassten, als sie nach vermeintlich kurzem Verweilen bemerkten, dass die Uhr um ganze drei Stunden vorangeschritten ist? Vielleicht, weil jener verhängnisvolle Mangel, den die Zivilisation in uns anhäuft, jenseits von oberflächlichen Kompensationshandlungen nur hier geheilt werden kann –
in weltvergessener Hingabe, gedankenlos, alleine.

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Vielleicht ist es so, dass die mythologische Kraft der Bergkristalle uns erinnert an vergessene Wurzeln und uns verbindet mit unserem eigenen Wesenskern.

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Radioaktive Mineralien – praktischer Strahlenschutz

Uranglimmer (Uranocirit) und Quarz auf Siderit, vom Piz Eggen / Piz Sezner im Val Lumnezia, Graubünden - Lehner Mineralien, Reckingen-Gluringen, VS

Radioaktiver Uranglimmer (Uranocirit) und Quarz auf Siderit, vom Piz Sezner im Val Lumnezia, GR

Wer die Schweiz kaum mit natürlich vorkommender Radioaktivität verbindet, dürfte erstaunt sein darüber, dass hierzulande beinahe 100 verschiedene radioaktive Mineralien vorkommen, wovon ca. 40% als stark radioaktiv gelten, darunter insbesondere die Verbindungen des Urans und des Thoriums. Versehen mit teilweise geheimnisvollen Namen wie Autunit, Eudialyt, Euxenit, Kainosit, Nephelin, Samarskit, Sanidin oder aber mit kryptischen Zungenbrechern wie Vandendriesscheit, Cuprosklodowskit, Calciogadolinit, Kryptomelan, und ausgerüstet mit den leuchtenden Farben der Gefahr, wecken sie unvermeidlich die Neugier.

Während für grössere Mengen an radioaktiven Mineralien jeder Umgang (Lagerung, Ausstellung, Bezug, Abgabe) bewillingungspflichtig ist, ist der Umgang mit den üblichen kleinen Sammlerstüfchen keinen rechtlichen Beschränkungen unterworfen. Die Schwellenwerte für die Bewilligungspflicht liegen bei einer spezifischen Aktivität, welche die 1000fache Freigrenze (LE) nach Anhang 3 Spalte 9 der Strahlenschutzverordnung (StSV) übersteigt und eine Masse von mehr als 10 g natürliches Thorium oder 100 g natürliches Uran übersteigt. Trotzdem sind auch Sammlermineralien radioaktiv und potentiell gefährlich. Daher sollten folgende Sicherheitsmassnahmen eingehalten werden:

  • Radioaktive Mineralien sollten ausserhalb der Reichweite von Kindern abgeschlossen aufbewahrt werden (z.B. in Vitrinen oder in luftdicht verschlossenen Plastikbeuteln oder -dosen) und als radioaktiv gekennzeichnet werden.
  • Eine Inkorporation (Staub oder Abrieb über Mund oder Nase) muss verhindert werden, da sie viel gesundheitsschädlicher ist als eine Bestrahlung des Körpers von aussen – daher sollten sie möglichst wenig berüht werden und nicht in Schlaf- oder Essräumen aufbewahrt werden. Nach jedem Hautkontakt sind die Hände gründlich zu waschen.
  • Ein längerer Aufenthalt in ihrer unmittelbarer Nähe sollte vermieden werden.
  • Die Entwicklung radioaktiver Gase ist weit mehr gesundheitsschädlich als die extrakorporelle Strahlung selbst – daher sollten radioaktive Mineralien in gut belüfteten Räumen aufbewahrt werden
  • Je grösser die Masse von stark radioaktiven Mineralien(sammlungen), desto strenger sind die Sicherheitsmassnahmen einzuhalten.

Kurzum: Abgeschlossen, gekennzeichnet, ausserhalb der Reichweite von Kindern in gut belüfteten Räumen aufbewahren, möglichst nicht berühren, Hände waschen – so steht dem Sammeln radioaktiver Mineralien nichts im Weg.

Links zum Thema:

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Alpine Zerrklüfte – Mutterstube von Bergkristallen

Quarzkristalle und die meisten anderen alpinen Mineralien werden typischerweise aus Zerrklüften geborgen, d.h. aus Hohlräumen im Gebirgskörper mit zwei ebenen oder leicht gewölbten Kluftflächen. Darin wuchsen sie heran. Auch verstreut vorkommende Einzelkristalle (z.B. in Runsen, Schutthalden oder Gletschern) haben letztlich keine andere Herkunft: so entleeren sich verschüttete oder natürlich geöffnete Klüfte und übergeben ihre Mineralien den Kräften der abtragenden Erosion, die sie im Verlauf der Zeit weitläufig verstreut – vor die Füsse jener Berggänger oder Strahler, für die sie bestimmt sind.

Von Strahlern geöffnete Klüfte können sich als reif oder unreif erweisen: Reif sind sie dann, wenn die Kristalle nicht mehr mit dem Muttergestein verbunden sind, sondern lose im Kluftlehm liegen und nur noch eingesammelt werden müssen. Unreif sind sie bei fester Verbindung mit dem Muttergestein. Es sind auch Zwischenformen möglich: häufig fallen eigentlich reife Kristalle nicht heraus, weil sie an ihrer Basis über eine Quarzunterlage fest miteinander verbunden sind und zusammen das Gestein wie eine Eisschale beinahe berührungslos auskleiden.

Obwohl Bergkristalle viel jünger sind als das sie umgebende Nebengestein, begann ihre Entstehung doch bereits vor ca. 10-18 Millionen Jahren – abhängig von tektonischen Bedingungen und lokalen Gegebenheiten. Gegen Ende der alpinen Orogenese (Gebirgsbildung) rissen die Zerrklüfte auf und füllten sich mit einer heissen wässrigen Salzlösung, wobei bestimmte Mineralien des Nebengesteins in Lösung gingen. Unter hohem Druck und extrem langsamer Abkühlung kehrte sich dieser Prozess allmählich um: aus den gesättigten Lösungen setzten sich Neukristallisationen an den Kluftflächen ab und wuchsen je nach Bildungsfaktoren zu jenem weiten Spekturm an Quarzkristallen heran, die man heute – nach ihrer tektonischen Hebung an die Erdoberfläche – bergen kann: Bergkristall, Rauchquarz, Amethyst, Morion – jeweils in verschiedenen Habitustypen, Wuchsformen und Grössen.

Die wichtigsten der angesprochenen Bildungsfaktoren sind die chemische Zusammensetzung des Nebengesteins und der primären Kluftlösung, die Position des Kristalls in der Kluft (wachsen Kristalle z.B. waagrecht zur Kluftfläche, entwickeln sie Dauphiné-Habitus, wachsen sie senkrecht, werden sie grösser als schief wachsende), die Druck- und Temperaturbedingungen im Verlaufe der Kristallisation, Verwachsungen durch artfremde Mineralien oder auch herunterfallende Quarzsplitter, die – als neuer Keim – zusammen mit dem Wirtskristall weiterwachsen.

So unterschiedlich die Ergebnisse der Zerrkluftkristallisation, so unregelmässig sind die mineralbesetzten Zerrklüfte über die Schweizer Alpen verstreut: Mineralreich sind folgende Gebiete: Mont Blanc Massiv, Aarmassiv, Gotthardmassiv, daneben die Regionen Mattertal, Simplon, Binntal, oberstes Maggiatal – Pizzo Forno, Vals – Adula, Calanda – Domleschg – Via Mala.

Auf lange Sicht stossen vermittels tektonischer Hebung immer neue Klüfte an die Oberfläche – jede Generation kann daher nur an sich selbst Raubbau üben, während jene Mineralien, die für zukünftige Generationen vorgesehen sind, zum Glück unerreichbar bleiben.

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Morion – geheimnisvolle hochalpine Rarität

Grosse Morion Gruppe vom Glacier d'Argentière, Mont Dolent, Mont Blanc Massiv

Grosse Morion Gruppe vom Glacier d’Argentière, Mont Dolent, Mont Blanc Massiv

Morion sind selten – und bei Sammlern wegen ihrer geheimnisvollen schwarzen Färbung zu Recht sehr beliebt.

Betrachtet man den Quarzkristalle als Spektrum, liegt auf deren einen Seite der farblose, durchsichtige Bergkristall und auf der anderen der schwarze, völlig undurchsichtige Morion. In der Mitte des Spektrums finden sich Rauchquarze mit zu- bzw. abnehmender Rauchfärbung und Transparenz. Während Bergkristallle am häufigsten sind, nimmt die Seltenheit im Spektrumverlauf überproportional zu.

Der Morion erhält seine schwarze Farbe durch die natürliche radioaktive Strahlung des Nebengesteins. Der Aargranit, in welchem alle oben genannten Fundorte geologisch zu verorten sind, weist eine solche Strahlung auf.

Im Kanton Wallis sind lediglich drei Fundorte bekannt für Morion: Grosses Sidelhorn beim Grimselpass; Blausee im Saflischtal (westliches Binntal) und Helsengletscher
im Binntal. Im Kanton Uri sind gerade mal zwei: Gletschhorn und Vorderer Feldschijen (Göschener Alp). Ein weiteres bekanntes Fundgebiet ist das Bächlital
(Grimsel, Kanton Bern). Sämtliche Fundorte befinden sich in der hochalpinen Zone auf über 2500 M. ü. M.

In unserem Onlineshop für Schweizer Bergkristalle und Rauchquarze bieten wir vereinzelt Morione vom Gletschhorn an und haben seit gestern eine wunderbare, grosse (1,2kg) Morion Gruppe vom Mont Blanc Massiv (Glacier d’Argentière, Mont Dolent) im Angebot.

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Prunkgefässe aus Bergkristall – Orchideen der Kunstgeschichte

Bergkristall Doppelpokal. Italienischer Meister nach 1550.

Bergkristall Doppelpokal. Italienischer Meister nach 1550.

In den Schweizer Alpen wird schon seit Jahrhunderten gestrahlt und immer wieder gab es Grossfunde. Wohin gingen die Kristalle damals? Viele von ihnen wurden von italienischen Händlern aufgekauft und landeten schliesslich in den Steinschleiferateliers von Mailand. Einige der dort entstandenen Kunstwerke sind heute in der grössten Sammlung seiner Art zu bewundern: im Kunsthistorischen Museum von Wien.

Da Bergkristall ein schwer zu bearbeitender Werkstoff ist, liegt in seiner kunsthandwerklichen Bearbeitung eine Prise verspielter Extravaganz und Virtuosität – eine geistige Zutat, an der es in der italienischen Renaissance, Blütezeit der Bergkristallbearbeitung, bestimmt nicht gemangelt hat und die – nebst klassischen Darstellungen der Antike – Motive spriessen liess wie Löwen, Fabeltiere und tropische Vogelarten. Förderlich war auch der Reiz des natürlich gewachsenen Materials und v.a. das damalige Wiederaufleben mittelalterlich-heidnischer Anschauungen über die Heilkraft und die Wunderwirkungen der Kristalle. Und: dem herrschenden Maschinen- und Tüftlergeist entsprangen neue, verbesserte Steinschleifgeräte – mit Wasserrädern betriebene Steinmühlen mit feinen Rädchen und „Zeigern“ – welche die Technik mit Tief- und Hochschnitt zur höchsten Stufe der Vollendung brachten.

Bergkristall Humpen eines mailändischen Meisters aus der Werkstatt der Saracchi, Ende des 16. JH

Bergkristall Humpen eines mailändischen Meisters aus der Werkstatt der Saracchi, Ende des 16. JH

Nebst der italienischen Renaissance blieb die Bergkristallbearbeitung in der Kunstgeschichte ein eher singuläres Phänomen – eines, das zwar immer wieder aufflackerte, aber keine Kontinuität an den Tag zu legen vermochte: während aus dem Altertum nur äusserst wenige, winzige, einfache Gegenstände erhalten blieben, was die geringe Bedeutung der Bergkristallbearbeitung veranschaulicht, sind spätere singuläre Höhepunkte in der merowingischen Zeit (481-714), in der Karolingerzeit und der Burgunderzeit zu verorten. Arbeiten des 14. Jahrhunderts aus Paris und Freiburg im Breisgau (noch heute die spirituellste, heidnischste Stadt Deutschlands…) waren Nährboden für die späteren Kunstwerke Mailands.

Doppelt „orchideeig“: Während die Kunstgeschichte selbst als orchideenhaftes Studium gilt, sind Prunkgefässe aus Bergkristall ein typisches Orchideenthema innerhalb der Kunstgeschichte. 🙂

Beachten Sie auch das Abbildungsverzeichnis im Anschluss zu den Bildern.

Drache aus Bergkristall von spanischem Meister des 17. JH

Drache aus Bergkristall von spanischem Meister des 17. JH

Doppelpokal aus Bergkristall. Mailand, nach 1550.

Doppelpokal aus Bergkristall. Mailand, nach 1550.

Trinkgefäss in Vogelgestalt. Mailändischer Meister aus der Werkstatt der Saracchi, Ende 16. JH.

Trinkgefäss in Vogelgestalt. Mailändischer Meister aus der Werkstatt der Saracchi, Ende 16. JH.

Bergkristall Vase mit Sirenenhenkeln. Oberitalienischer Meister des 17. JH

Bergkristall Vase mit Sirenenhenkeln. Oberitalienischer Meister des 17. JH


Abbildungsverzeichnis

Nachfolgend die Beschreibungen der sechs abgebildeten Prunkgefässe aus Bergkristall (von oben nach unten):

1. Italienischer Meister, nach 1550. Doppelpokal. H: 259mm. Fassung in Gold mit Email. Die Szenen der Wanderungen nach verschiedenen Vorlagen: Diana und Aktäon nach dem Stich von Bonasons (angeblich nach Raffael), Caccus nach einer Gemme, Venus und Adonis nach Tizians Gemälde in Madrid (um 1554), Leda nach Stichen, welche auf Michelangelo zurückgehen und Urteil des Paris nach einer unbekannten Vorlage. Schon 1596 in den Sammlungen des Schlosses Ambras in Tirol nachweisbar.

2. Meiländischer Meister, Werkstatt der Saracchi vom Ende des 16. JH. Zylindrischer Humpen. H: 251mm. Fassung aus Goldemail. Bacchus, den Tiger zähmend; Silen, auf einem Esel reitend und von Bacchantinnen umgeben.

3. Spanischer Meister des 17. JH. Drache. H: 436mm. Auf Radgestell. Als Tafelaufsatz verwendet. Gehörte zum Brautschatze der Infantin Margaretha Theresia, welche 1666 Kaiser Leopold I. heiratete. Der Kopf und der Hals des Drachen sind vielleicht sarazenische Arbeit.

4. Mailändischer Meister, nach 1550. Doppelpokal.

5. Meiländischer Meister, Werkstatt der Saracchi vom Ende des 16. JH. Trinkgefäss in Vogelgestalt. H: 231mm. Die Ranken der Emailfassung sind mit kleinen Kameen besetzt. Gemäss einem Bericht des Dominikanerpaters Agostino del Riccio (16. JH) sollen sich in den Kunstschätzen der Medici eine Anzahl solch phantastisch geformter Vogelgefässe befunden haben.

6. Oberitalienischer Meister des 17. JH., Hofwerkstätte in Prag. Vase mit Sirenenhenkeln. H: 544mm. Die Fassung sowie die vergoldete Silbermontierung mit durchbrochenen Emailornamenten weist auf eine Entstehung im 17. JH hin. Die in die Wandung eingeschnittenen Jagdszenen gehen wohl auf Vorbilder des 16. JH zurück, deren Verwendung sich über einen längeren Zeitraum immer wieder nachweisen lässt.

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Fotostrecke Turbhorn

Fotos vom 8. September 2014.

Schinhörner und Albrunhorn von oberer Turbeweng (2600 M.ü.M.) aus. Ganz links Albrunpass.

Schinhörner (max. 2’939 M.ü.M.) und Albrunhorn (2’885 M.ü.M.) von oberer Turbeweng (2600 M.ü.M.) aus. Ganz links Albrunpass.

Walliser Schwarznasenschafe auf der oberen Turbweng

Walliser Schwarznasenschafe auf der oberen Turbweng

Wilder Kristallgrat: Die "Turbechepf"

Wilder Kristallgrat: Die „Turbechepf“

Nordwestgrat des Turbhorn (3'247 M.ü.M.)

Nordwestgrat des Turbhorn (3’247 M.ü.M.)

Turbhorn Gipfel mit Aussicht gegen Westen: Turbechepf (vorne), Breithorn, Bättlihorn, Saflischpass, Monte Leone (mit Gletscher), Helsehorn, Scherbadung, Schinhörner

Turbhorn Gipfel mit Aussicht gegen Westen: Turbechepf (vorne), Breithorn, Bättlihorn, Saflischpass, Monte Leone (mit Gletscher), Helsehorn, Scherbadung, Schinhörner

Blinnenhorn (3'374 M.ü.M.) Westflanke, im Hintergrund Lago del Sabbione

Blinnenhorn (3’374 M.ü.M.) Westflanke, im Hintergrund Lago del Sabbione

Das Blinnental und die nördlichen Galen des Goms

Das Blinnental und die nördlichen Galen des Goms

Lago del Sabbione mit dem Corno di Ban, im Hintergrund Val Formazza (Pomatt)

Lago del Sabbione mit dem Corno di Ban, im Hintergrund Val Formazza (Pomatt)

Corno di Ban (3'028 M.ü.M.) vor dem SW-Grat des Blinnenhorns

Corno di Ban (3’028 M.ü.M.) vor dem SW-Grat des Blinnenhorns

Das Ofenhorn (3'235 M.ü.M.), im Vordergrund der Mittlebärg

Das Ofenhorn (3’235 M.ü.M.), im Vordergrund der Mittlebärg

Der sanfte Schweifgrat / Doppelgipfel mit Rappehorn (vorne, 3'158 M.ü.M.) und Mittaghorn (hinten, 3'141 M.ü.M.)

Der sanfte Schweifgrat / Doppelgipfel mit Rappehorn (vorne, 3’158 M.ü.M.) und Mittaghorn (hinten, 3’141 M.ü.M.)

Kartenausschnitt mit nördlichem Binntal und unteren / mittleren Goms

Kartenausschnitt mit nördlichem Binntal und unteren / mittleren Goms

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Bergkristalle vom Turbhorn – Einheit in der Vielfalt

Atemberaubend schön sind sie – klar, hochglänzend und in ihren Erscheinungsformen äusserst vielfältig. Bergkristalle vom Turbhorn begeistern das Auge, ihre verspielte Leichtigkeit erfreut das Herz, ihre warme Energie beruhigt die Seele.

Das Turbhorn (3’247 M.ü.M.) ist ein Gipfel der Lepontinischen Alpen, der nordöstliche Abschluss des Binntals, geografische Grenze zum Goms. Ähnlich wie die meisten reichen Kristallberge der Schweizer Alpen ist er eine steile, zerfallene Schuttpyramide aus instabilem, brüchigen Fels, Geröll, Blockgrat. Nur gegen Norden gibt es eine einigermassen kompakte Felswand, die 400 Meter ins Blinnental abfällt. Das Gestein des Turbhorns besteht fast ausschliesslich aus Bündnerschiefer, der zwar vergleichsweise kleine, dafür aber zahlreiche Klüfte birgt.

Alle Turbhorn-Bergkristalle erscheinen im Penninischen Habitus (auch Binntaler Habitus bzw. Tessiner Habitus genannt), sind spitzrhomboedrisch und hochglänzend. Das war’s auch schon mit den äusseren Gemeinsamkeiten.

In der Schweiz geben die meisten Berge gleichartige Bergkristalle frei – die lokalen Variationen sind oft gering. Nicht so beim Turbhorn: seine Bergkristalle können kurz- bis langprismatisch sein, breit, schmal oder spitz wie ein Haifischzahn, steil, rund oder flach zulaufend, wasserklar oder goldenschimmernd (Eisenhydroxidauflage); es gibt sie in ungewöhnlichen Zwillingsformen und Doppelendervariationen und man findet sie reich vergesellschaftet mit über zwanzig alpinen Mineralien. Und durch all diese Vielfalt schimmert immer das Turbhorn hindurch – seine Kinder sind in ihrem Wesenskern alle gleich, obwohl sie unterschiedlich aussehen.

Nachdem vor einigen Jahrzehnten gute Funde noch an der Tagesordnung waren, ist heute, wie ein älterer Walliser Strahler resigniert feststellte, „jeder Riss tausendfach bearbeitet“, selbst bei offensichtlich leeren Quarzbändern. Und der einst fundträchtige Turbegletscher ist seit einigen Jahren komplett ausgeapert und abgegrast. Letzte Fundmöglichkeiten bietet wohl die schwer zugängliche, wilde Nordseite. Der rege Strahlertourismus im
Binntal in den letzen 20-30 Jahren hatte dazu geführt, dass kaum mehr schöne Neufunde gemacht werden. Bei den von uns angebotenen Bergkristallen vom Turbhorn handelt es sich ausschliesslich um Altfunde (ca. 1960-1990): Nutzen Sie also die Gelegenheit, bei uns noch einige der letzten Bergkristalle vom Turbhorn zu erwerben!

Die nachfolgende Fotogalerie zeigt 47 Bergkristalle vom Turbhorn.

Für Berggänger sei noch angefügt, dass alle drei Gipfelgrate leichte Zugänge darstellen (WNW-Grat vom Turbejoch, Ostgrat vom Strahlgrätpass oder SSE-Grat). Die anspruchsvolle Nordwand wurde 1960 erstmalls bestiegen.

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Grosse Bergkristall Gruppe, 139mm, 409g

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Voluminöser, sehr klarer Bergkristall, 95mm, 275g

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Hochglänzender, goldenschimmernder Bergkristall, 95mm, 275g

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Grosser Bergkristall mit Muskovit, Rutil und Sagenit, 132mm, 330g

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Erstklassiges, wildes, hochglänzendes Bergkristall Stüfchen, 105mm, 267g

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Imposante Bergkristall Gruppe mit wenig Eisenhydroxid, 100mm, 228g

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Attraktiver Bergkristall Zwilling, 58mm, 26g

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Klassiker mit Hämatitinklusionen, 143mm, 418g

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Goldenschimmerndes Bergkristall Stüfchen, 78mm, 105g

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Grosse, schlanke Bergkristall Einzelspitze, 106mm, 110g

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Bergkristall mit chloritbesetztem Zwillingsstumpf, 42mm, 29g

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Voluminöser Bergkristall mit Schiefereinwachsung, 110mm, 314g

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Wasserklarer, hochglänzender Keilquarz, 65mm, 43g

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Bergkristall mit eingewachsenem Muttergestein, 82mm, 119g

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Bergkristall Stüfchen mit „Haifischzahn“-Hauptspitze, 62mm, 142g

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Breiter Bergkristall mit wenig Eisenhydroxid belegt, 77mm, 132g

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Asymmetrischer Bergkristall Doppelender mit Rutil und Sagenit, 87mm, 75g

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Hochglänzender, ausgeprägt spitzrhomboedrischer Bergkristall, 81mm, 59g

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Bergkristall Zwillinge mit asymetrischer Hauptspitze und Rutil, 65mm, 18g

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Keilquarz Doppelender mit Zwilling, 45mm, 12g

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Grosse Bergkristall Einzelspitze mit hohem Glanz, 152mm, 902g

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Schlanke Bergkristall Einzelspitze, 115mm, 187g

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Brillantes Bergkristall Grüppchen, 39mm, 10g

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Breiter, wasserklarer Bergkristall, 58mm, 42g

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Hochglänzender Bergkristall, 54mm, 16g

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Voluminöser, attraktiver Bergkristall, 77mm, 151g

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Grosser Bergkristall mit Sagenit, 142mm, 1019g

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Perfekter Keilquarz, 32mm, 5g

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Brillantes „Victory-Stüfchen“, 72mm, 74g

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Grosser Bergkristall mit unregelmässig zulaufenden Prismenflächen, 120mm, 202g

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Rauchquarz, 43mm, 21g

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Grosser, klassischer Bergkristall, 145mm, 554g

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Hochglänzender Bergkristall, 60mm, 72g

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Igelchenspitze und zwillingsbesetztes Prisma, 98mm, 145g

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Pyramidenförmige Bergkristall Einzelspitze, 96mm, 176g

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Bergkristall Einzelspitze mit Muskoviteinschlüssen, 50mm, 11g

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Bergkristall Kreuz-Zwillinge, 53mm, 35g

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Bergkristall Grüppchen, 42mm, 26g

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Ungewöhnliches Bergkristall Aggregat, 59mm, 48g

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Bergkristall mit viel Rutil, 99mm, 81g

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Flacher Bergkristall, 89mm, 82g

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Wildes Bergkristall Aggregat, 55mm, 40g

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Hochglänzender Bergkristall, 72mm, 72g

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Attraktiver Bergkristall mit Muskovit, 90mm, 157g

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Kleiner spitzrhomboedrischer Bergkristall, 36mm, 4g

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Flacher Bergkristall Doppelender, 43mm, 10g

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Bergkristall mit flacher Hauptspitze, 45mm, 20g

 

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Pyrit – Narrengold & Trauerstein

Pyritwürfel aus den Glarneralpen

Pyritwürfel aus den Glarneralpen

Golden, hochglänzend und optisch attraktiv – Pyritwürfel springen sofort ins Auge.

Pyrit erscheint meistens in der Form von Würfeln, aber auch von Pentagondodekaedern, Oktaedern und Disdodekaedern und ist sehr hart (Mohshärte von 6,5), lässt sich also gerade noch von einer Stahlfeile ritzen. Chemisch besteht es aus Eisen und Schwefel (FeS2) und gehört zur Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Ist das Mineral länger dem Sauerstoff ausgesetzt, oxidiert es und verliert dadurch seinen Glanz, wird matt. Deshalb sind Pyritwürfel aus frisch geöffneten Klüften oder aus neu abgetragenem Dolomit fast immer hochglänzend, während die mit der Erosion oberflächennah schwimmenden Exemplare meist eine matte Oberfläche aufweisen – einer Patina ähnlich, sind sie von einer braun- bis schwarzfleckigen Tönung überzogen. Liegt eine Streifung vor, weist dies auf Zwillingsbildung hin.

Pyrit mit Quarz, Binntal - Lehner Mineralien

Pyrit mit Quarz, Binntal

Wegen seiner Ähnlichkeit früher oft fälschlicherweise für Gold gehalten und deshalb auch „Narrengold“ genannt, weist sein Vorkommen immerhin fast immer auf Erzvorkommen.

Seine greifbar-physischen Verwendungszwecke reichen vom Feuerstein im Altertum bis zum Ausgangsstoff in der modernen chemischen Industrie. Darüber hinaus wird er, da optisch attraktiv, seit jeher gesammelt oder auch, insbesondere in der Zeit des „art déco“, als Schmuckstein verwendet – seiner Wirkung wegen oft als Trauerstein. Sein innerstes Prinzip ist die sanfte, befreiende Öffnung: als Heilstein soll er Erkenntnis, Kreativität und Selbstbewusstsein fördern, Ängsten und Depressionen entgegenwirken, auf der körperlichen Ebene soll er schmerzlindernd und krampflösend wirken, insbesondere Linderung verschaffen bei Durchblutungsstörungen, Hautausschlägen, Rückenproblemen und bei Rheuma. Zudem soll er die Chakren für übergeordnete Energien öffnen. In der Meditation wirkt er besonders stark auf den Solarplexus.

Pyrit, Binntal - Lehner Mineralien

Pyrit, Binntal

Pyrit ist ein weltweit häufig vorkommendes Mineral. Im Oberwallis tritt Pyrit an vielen, erstaunlich gleichmässig über das Gebiet verteilten Stellen zu Tage, und zwar sowohl im Aaregranit als auch im Bündner Schiefer: im Binntal (viele Fundstellen), im Lötschental (mehrere Fundstellen), im oberen Aeginental und im Gerental, an diversen Stellen bei Oberwald, an den Ritzhörnern (Griesgletscher), am Riederhorn, am Gibelsbach und in der Fiescher Lamma, am Fieschergletscher und am Aletschgletscher, bei Eggerberg und im Baltschiedertal, im Mattertal bei Embd, Täsch und Zermatt, beim Feegletscher, bei Mattmark im Saastal sowie im Val d’Anniviers (zahlreiche Fundstellen), im Val d’Hérens und im Val d’Illiez.

Aktuelle Angebote für Pyrit von Schweizer Fundorten bei Lehner Mineralien

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Sommereinbruch im Goms

Während die hochalpinen Fundgebiete für Bergkristalle und Rauchquarze immer noch weitgehend unter dem Schnee liegen, versprachen die letzten Tage dem Oberwallis einen prächtigen Hochsommer.

Wannenhorn, Finsteraarhorn, Galmihorn

Wannenhorn, Finsteraarhorn, Galmihorn

Fieschergletscher

Fieschergletscher

Reckingen-Gluringen und die Alpen

Reckingen-Gluringen und die Alpen

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Kluft am Ahnengletscher

Erstklassige Bergkristall Stufe vom Ahnengletscher

Erstklassige Bergkristall Stufe vom Ahnengletscher (119mm, 425g)

Der schwindende Ahnengletscher gab vor einigen Jahren eine grössere Kluft frei. Ausgehend vom Grat zwischen dem Grosshorn (3754 M.ü.M.) und dem Mittaghorn (3892 M.ü.M.) mündet der sagenumrankte Ahnengletscher – auch Anungletscher genannt – auf der Talsohle des hintersten Lötschentals in den Langgletscher.

Die aus dieser Kluft stammenden Bergkristalle sind wasserklar bis leicht milchig, bewachsen den Fels ausgesprochen dicht und in oft hervorragendem Aufbau. Seitlich von kleineren Spitzchen flankiert, verleihen die in Normalhabitus erscheinenden, langen, eher dicken und dicht verwachsenen Spitzen den Stufen zusammen mit dem Muttergestein ein klassisches Aussehen und attraktive Proportionen.

Beidseitig (!) mit Bergkristallen bewachsene, grosse Stufe vom Ahnengletscher.

Beidseitig (!) mit Bergkristallen bewachsene, grosse Stufe vom Ahnengletscher (240mm, 5.7kg!)

Besonders erwähnenswert sind ein paar wenige, beidseitig(!) mit Bergkristallen bewachsene Stufen – jenes dünne Felsband, das sich mitten durch die Kluft zog, wurde auf beiden Seiten von Bergkristallen bevölkert.

In unserem Onlineshop finden Sie bereits die ersten drei Stufen vom Ahnengletscher. Weitere Stufen (insgesamt ca. zehn Stück sowie einige kleinere) sowie zwei beidseitig mit Bergkristallen bewachsene Stufen folgen in den nächsten Tagen und Wochen.

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